Zeichenblog

Neonleise

Fünfmal Gefllügel – und ein Oktopus.

Am 6. Februar um 17 Uhr eröffnet die Gemeinschaftsausstellung „Neonleise“ in Nürnberg.

Dort werde ich vor allem aktuelle Monotypien von Vögeln zeigen, die um das Thema Anthropomorphismus kreisen. Rau und rotzig – echte Monotypen eben.

Veranstalter / Ausstellungsort
Borgo Ensemble e.V. für Kunst und Freundschaft
Holzschuherstraße 8
90439 Nürnberg

Ausstellende
Sylvie Ludwig (Kuratorin)
Nadja Bleistein
Bettina Graber
Raffi Lehnert
Katharina Reger
Heike Raap

Laufzeit
6. Februar 2025 bis 20. März 2025

Offnungszeiten
Donnerstags 17 bis 19 Uhr
Sonntags 15 bis 17 Uhr

Pigtoresk

Dieses Jahr habe ich zum sechsten Mal in Folge eine Weihnachtskarte drucken lassen. Allerdings erreichten mich die ersten „Beschwerden“ umgehend: Die Karte sei toll gezeichnet, aber das Motiv? Muss das sein?

Nein, es muss natürlich nicht sein, ich könnte auch knuffigen Kätzchen Weihnachtsmützen aufsetzen …

Erfreulicherweise zögerte das Team der Buchhandlung Walther König im Neuen Museum in Nürnberg keine Sekunde mit seiner Entscheidung, die Karte in ihr Angebot aufzunehmen. Herzlichen Dank – ich weiß es zu schätzen!

Wie immer können Sie alle Karten auch direkt bei mir bestellen.

Karte – "Schweihnachten"

Karte – „Schweihnachten“
148 x 105 mm
Karton 265 g/m
2
Motivseite glänzend, UV-Lack beschicht
et

Erdmännchen gehen immer

Die Erdmännchen im Tiergarten Nürnberg sind Besucherlieblinge: Ein bisschen possierlich, ein bisschen verwegen. Sie richten sich auf – und schwupps! – geraten wir gemäß dem Gesetz der Senkrechten in Verzückung.

Etwas scheint uns Menschen zu triggern, wenn Tiere sich – wie wir – in die Senkrechte begeben: Seien es Bären, die sich auf die Hintertatzen stellen, Pinguine, die über Felsen watscheln – oder eben aufmerksam wachende Erdmännchen.

Aber warten Sie, bis diese kleinen Carnivoren den Kopf eines Kükens knacken …

Monotypie – Erdmännchen

„Erdmännchen“ – eine Monotypie

Die Muräne des Kaisers

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine Muräne zeichnen würde …

Laut einem Roman von Robert Harris trug Neros Lieblingsmuräne einen goldenen Ring – ein Bild, das mich nicht losließ. Muränen waren zu Neros Zeiten Statussymbole, quasi die Koikarpfen der Römer.

Na, hoffentlich kommt niemand auf die Idee, dass Piercings bei den Kois eine gute Idee wären …

Bislang existiert die Muräne nur im Skizzenbuch, aber vielleicht schafft sie es aufgrund ihres schönen Schwunges noch ins große Büttenformat.

Zeichnung – "Neros Muräne"

Ungeheuerlich

Mein derzeitiger Lieblingsfisch im Tiergarten Nürnberg ist ein kleiner Warzen-Anglerfisch. Wie mir ein Tierpfleger erzählte, tarne er sich im Jungfischalter als giftige Nacktschnecke – manche Tiere behielten dieses Aussehen sogar ihr Leben lang bei.

Sprachlich unwiderstehlich ist seine Jagdmethode: Sie nennt sich „Saugschnappen“. Dieser Fisch reißt sein Maul derart schnell auf, dass ein Unterdruck entsteht und die Beute hineingesaugt wird. Ein Schauspiel, welches sich vor Ort gut beobachten lässt.

Die Farben dieses Fisches – zeichnerisch noch gut umzusetzen – wiesen den Scanner in seine Grenzen. Ein fast fluoreszierendes, weißliches Gelb und ein Purpurlila bilden einen Komplementärkontrast vom Feinsten. Zudem wurden die im Schatten liegenden Partien des Fisches blau untermalt.

Zeichnung – "Ungeheuerlich?", ein Warzenanglerfisch
Zeichnung – "Ungeheuerlich?", ein Warzenanglerfisch

„Ungeheuerlich“ – Warzen-Anglerfisch
Aquarell / Farbstift

Arches® Bütten, 300 g/m2
40 x 30 cm

Zwischen Flaum und Federn

Im Tiergarten Nürnberg stand bei einem gigantischen Küken ein massiver Wandel des Erscheinungsbildes an: Das Andenkondorküken wechselte sein Gefieder.

Eine echte Herausforderung, was das Zeichnen betraf. Dieses Küken würde ich seit seinem Schlupf eher als skurril denn als niedlich bezeichnen. Ein runzliger, kahler Kopf, der im überbordenden Gewuschel des Körperflaumes manchmal erst auf den zweiten Blick zu erkennen war. Dazu drängten nun vermehrt glatte, glänzende Federn an die Oberfläche, die den pastoralen Charakter des erwachsenen Vogels bereits erahnen ließen.

Nachdem ich mich einen ganzen Nachmittag mit Bleistift und Aquarell abgemüht hatte, brachten letztlich zwanzig schnelle Minuten mit Tusche, Feder und Borstenpinsel den Durchbruch.

Tuschezeichnung - Andenkondorküken

„Zwischen Flaum und Federn“ – Andenkondorküken aus dem Skizzenbuch
Aquarell / Tusche
Aquarellpapier, 200 g/m2
29 x 21 cm

Zeichen setzen

Als Studentin lernte ich die Typografie auf die schmutzige Tour kennen: Tagelang standen wir in der Druckwerkstatt, umgeben von Silberfischen, Spatien und Schusterjungen – eine völlig neue, faszinierende Welt für mich.

Dann ging alles recht schnell, die Schwarze Kunst wurde durch DTP bereinigt, die Werkstätten an den Hochschulen durch MacPools ersetzt. Es hatte unbenommen seine Vorteile und meine Trauer um einen händisch auszugleichenden Blocksatz hielt sich wahrlich in Grenzen.

Aber nun! Welch ein Genuss, nach einem Vierteljahrhundert wieder in einer Druckwerkstatt zu stehen: Der Geruch, die kontemplative Tätigkeit, ein kundiger Freund an der Seite. Da ist es fast egal, was man druckt – aber Neonfarbe war an diesem Tag ein Muss.

Karte in Bleisatz "Alarm!!!"

Karte gesetzt in:
Memphis Universal, 60 pt
Rudolf Wolf, 1932

Karte in Bleisatz "Tapir ist geduldig."

Karte gesetzt in:
Palatino, 24 pt
Hermann Zapf, 1949

Flüchtige Ahnung

Kann einer GANS Böses SCHWANEN?

Die diesjährige Weihnachtskarte ist nun am Start und wie immer käuflich. Sie finden sie in der Buchhandlung Walther König im Neuen Museum in Nürnberg – neben vielen verführerischen Büchern.

Es ist draußen zu ungemütlich? Wie immer können Sie alle Karten auch direkt bei mir bestellen.

Und: Falls Sie mich im Tiergarten Nürnberg beim Zeichnen antreffen, dürfen Sie mich auch gerne persönlich ansprechen …

Karte – "Flüchtige Ahnung"

Karte – „Flüchtige Ahnung“
148 x 105 mm
Karton 265 g/m
2
Motivseite glänzend, UV-Lack beschicht
et

Raapauken

Anlässlich der laufenden Ausstellung in der Egidienkirche in Nürnberg (siehe Beitrag „Besucher beäugen“) wurde ich gefragt, ob es noch andere Raben gäbe: Ja, gibt es!
Mittlerweile bevölkern zahlreiche Raben Skizzenbücher, Büttenpapiere und Postkarten. Aber sie sind beileibe nicht alle guter Dinge, sondern müssen sich ab und zu das Ungemach von der Seele motzen.

Zeichnung – "Beef"

„Beef!“ – aus der Raben-Serie
Aquarell / Tusche

Arches® Bütten, 300 g/m2
40 x 30 cm