In Pose pausieren

Der britische Ornithologe Thomas Bewick (1753-1828) schrieb einst, der Kormoran sei ein unerbittlicher Tyrann und unersättlicher Vielfraß, faul nur dann, wenn der Appetit gestillt sei, um dann dazusitzen und stinkende Dämpfe eines voll gefressenen Magens auszustoßen …

Hört man hier etwa Anklänge einer anthropozentrischen Weltsicht?

Im Kormoran steckt übrigens auch ein bisschen Rabe, zumindest linguistisch. Sein deutscher Name entstammt dem altfranzösischen „corp mareng“ und dem lateinischen „corvus marinus“. Beides lässt sich mit „Meerrabe“ oder „Wasserrabe“ übersetzen.

Dieses Exemplar posierte in der Morgensonne am Canal de la Martiniére westlich von Nantes. Von stinkenden Dämpfen keine Spur.

Workout (Sneak Preview)

Wenn der Rabe mit dem Theraband …

Im Rahmen des Projektes Locked in / Locked out des curt Magazin sind Nürnberger Künstler aufgefordert, ein Quarantäne-Kunstwerk zu erschaffen und den Prozess zu dokumentieren. Sobald die Corona-Krise vorüber ist, sollen die Werke in einer Gruppenausstellung gezeigt werden.

Als Projektteilnehmerin werde ich dort eine Arbeit präsentieren. Ob es dieser heimsportelnde Rabe sein wird, habe ich noch nicht entschieden: Meine Raben wenden sich in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen vielen Dingen zu – auch unverfänglicheren.

Das Beitragsbild zeigt eine Zeichnung aus meinem Skizzenbuch.

Die Sache mit der Neugier

Bildideen lungern oft zwischen den Sätzen entspannter Gespräche herum. So erzählte mir ein Sarde, wie sie als Kinder Oktopusse fingen.

Wer mir nachsagt, ich leide unter mangelnder Impulskontrolle, der ist noch keinem Cephalopoden begegnet: Man hänge einfach eine alte Dose oder einen Krug ins Hafenbecken und der Oktopus wird sie vor Neugier sabbernd untersuchen …

„Neugiertier“ – aus der Tentakel-Serie
Aquarell / Buntstift / Bleistift
Arches® Bütten, 300 g/m
2
40 x 30 cm