Bildideen lungern oft zwischen den Sätzen entspannter Gespräche herum. So erzählte mir ein Sarde, wie sie als Kinder Oktopusse fingen.
Wer mir nachsagt, ich leide unter mangelnder Impulskontrolle, der ist noch keinem Cephalopoden begegnet: Man hänge einfach eine alte Dose oder einen Krug ins Hafenbecken und der Oktopus wird sie vor Neugier sabbernd untersuchen …
„Neugiertier“ – aus der Tentakel-Serie Aquarell / Buntstift / Bleistift Arches® Bütten, 300 g/m2 40 x 30 cm
Die Sardine ist de´r Inbegriff eines Schwarmfisches: Nie würde sie allein durchs Meer stromern oder ihr Dosendasein ohne Artgenossinnen fristen. Oder etwa doch? Dies könnte der Anfang einer Kindergeschichte oder der gestalterische Beginn eines Linolschnitts sein …
Im Fall der Mono-Sardine lag der Ursprung jedoch nicht nur in einer harmlosen Gedankenspielerei, sondern im ernsten Themenfeld der Überfischung und der Zerstörung von marinen Ökosystemen. Könnte ein Rückgang der Fischbestände dazu führen, dass ein Massenfisch wie die Sardine als Luxusartikel vermarktet würde?
Ich mag Humor, sowohl den schmunzelnden als auch den schwarzen. Aber manchmal bleibt einem das Lachen grätengleich im Halse stecken.
„schwarmlos übertrieben“ Linolschnitt gedruckt auf Packpapier 29,7 cm x 10 cm 30 Euro (inklusive Mehrwertsteuer)
Leider habe ich viel zu selten die Gelegenheit, mich am Ton zu vergreifen.
Zu dieser Plastik inspirierten mich die akademischen Lehren zum Zeichnen von Tieren – allen voran jene von Gottfried Bammes. In seinem Buch „Tiere zeichnen“ werden die Proportionen der Tiere in Kopflängen eingeteilt und ihre Körper in Form von Rechtecken umrissen.
Der „Alpensteinblock“ ist der Erstling einer Reihe, die ich lustvoll fortsetzen werde, sobald ich wieder in die Nähe eines Töpferateliers gelange.
Einen ganz herzlichen Dank an Barbara Theilen. In ihrem Atelier, der „Potterei“ in Wolfsburg, schafft sie eine wunderbare Arbeitsatmosphäre. Auf Wunsch auch zu den Lines von Eminem …
Diesen Satz lässt Haruki Murakami eine seiner Figuren im zweiten Band von Die Ermordung des Commendatore sagen. Ich las es, lachte und hing am Haken. Die visuelle Idee, diesen mental-monumentalen Kampf zweier Giganten mit etwas so Marginalem wie einer Dose Sardinen zusammenzubringen, war schnell entwickelt.
Hatte Ahab je die Möglichkeit sich zu entscheiden? Wohl kaum. Aber eines kann man mit Sicherheit sagen: Ahab hat seinen Wal getroffen.
Im Februar diesen Jahres konnte ich mit Unterstützung von einem druckkundigen Freund eine meiner älteren Arbeiten als zweifarbige Xylographie (Holzdruck) umsetzen. So einstand eine Kleinauflage von insgesamt 27 Exemplaren auf verschiedenen Papiersorten. Die raue Anmutung des Drucks und das naturfarbene Papier unterstreichen den Bildinhalt nun deutlich besser, als es die Umsetzung in Aquarellfarbe vermochte.
„Ohne Wal“ zweifarbige Xylographie gedruckt auf zwei Papierformaten: 40 cm x 30 cm / 45,5 cm x 33 cm je 55 Euro (inklusive Mehrwertsteuer)
Reihen haben immer ihren Reiz, zumal wenn die Porträtierten mit Niedlichkeit punkten: Glänzende, runde Augen und dazu diese absurd dünnen Beinchen!
Ihr anrührendes, manchmal keckes Aussehen macht es jedoch schwer, ihnen Individualität einzuhauchen, ohne sie zu überzeichnen. Sei´´ s drum.
Apropos niedlich: Wenn Kohlmeisen in der kalten Jahreszeit hungrig sind, das Nahrungangebot aber mau ist, machen manche Meisen „Jagd“ auf winterschlafende Fledermäuse. Die Meisen holen die Fledermäuse in deren Höhlen von der Decke und fressen deren nahrhaftes Gehirn sowie deren Muskelfleisch. Näheres finden sie hier.
Hier eine Auswahl der Gäste am veganen Balkon-Buffet:
Wenn Freunde sich treffen, gehen sie zusammen einen Kaffee oder ein Bier trinken. Wenn ich jedoch meinen Freund Guido in Schwäbisch Hall besuche, gehen wir zusammen in die Werkstatt, um zu drucken.
Im Anschluss bin ich in Sachen Bleisatz immer ein Stückchen versierter, habe meist einen kleinen Packen Karten in der Tasche und sitze entrückt grinsend im Zug.
Ich schwärme für Zitronenfalter, sie sind für mich die saftigsten Frühlingsboten.
Dieses Jahr sah ich den ersten Zitronenfalter am 5. März – demselben Tag wie im letzten Jahr. Ihr englischer Name klingt übrigens nicht ganz so erfrischend. Er lautet brimstone butterfly, also „Schwefelschmetterling“.
Bei der Darstellung von Schmetterlingen böte sich eigentlich Aquarellfarbe als Material an, bringt sie doch das Ephemere, Leichte und Luftige gleich mit. Aber da die Druckplatte vom letzten Monotypie-Projekt noch herumlag, dachte ich mir, warum es nicht mit schmalziger, schwerer Acrylfarbe probieren. Gesagt, getan, eine schnelle Nummer.
„Sie falten keine Zitronen“ – Monotypie Acryl / Farbstift Fabriano®, 220 g/m2 50 x 40 cm
Neulich habe ich eine amüsante Nutzung von Künstlicher Intelligenz entdeckt: Man lege einer KI – in diesem Fall claude.ai – eigene Arbeiten vor und fordere sie auf „Analysiere mir dieses Bild“. Die KI erstellt daraufhin eine Analyse unterteilt in die Bereiche:
Steht einem der Sinn zudem nach einer wohlfeilen, warmen Wortdusche, so gebiete man der KI kurzerhand, eine positive Kritik zu schreiben :o)
Eine beeindruckende Studie in Ausdruck und Farbe
Diese Vogeldarstellung besticht durch ihre rohe Authentizität und emotionale Unmittelbarkeit. Der Künstler hat mit bewundernswerter Sicherheit die Essenz seines gefiederten Protagonisten eingefangen – nicht durch penible Detailtreue, sondern durch expressive Kraft.
„Bartgeierküken“ – Monotypie Acryl Fabriano®, 220 g/m2 50 x 40 cm
Ja, wissen wir: Alles deins – egal ob Fischbrötchen oder Kekse.
Nach einigen eher unberechenbaren Monotypien in Acryl habe ich mich mit dieser Möwe den Gouachefarben zugewendet. Sozusagen als Kontrastprogramm, da man mit diesen Farben unendlich kontrolliert arbeiten kann. Aber will ich das eigentlich?
Bei der „Silbermöwe in Blau“ hatte ich einen klaren, sonnigen Tag im Sinn, der im Auge der Möwe eine Verschattung bewirkt. Eine Verschattung, die ich bei Möwen besonders auffällig finde.
Sie können die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten.
„Silbermöwe in Blau“ Gouache / Farbstift Arches® Bütten, 300 g/m2 50 x 40 cm
Es war eine Überraschung. In der Ausstellung „Neonleise“ zeigte ich fünf Monotypien von Vögeln. Darunter auch ein Helmperlhuhn, welches sich bei der Eröffnung unerwartet zum Publikumsliebling mauserte: Ich hätte es gleich dreimal verkaufen können.
Ist es der bedürftige Blick des Huhnes? Sind es die Farben? Oder ist es genau dieses Zusammenspiel von Mimik und aktivierender Farbe, das die Betrachtenden anspricht?
Da ich durchaus eine Gewinnerzielungsabsicht verfolge, frage ich mich momentan, ob ich nicht eine Serie von Hühnern gestalten sollte …
„Perlhuhn“ – Monotypie Acryl / Tusche / Farbstift Fabriano® 220 g/m2 50 x 40 cm