Unermüdlich niedlich

Im Mai schlüpfen in Nürnberg am Dutzendteich die Gössel der Kanadagänse. Lange Zeit dachte ich, Gössel sei ein regionaler Kosename für Gänseküken – aber nein, Gössel ist ein Fachbegriff für den arttypischen Nachwuchs.

Kaum geschlüpft mutieren die Küken zu unermüdlichen Mährobotern, behalten aber bei aller Gefräßigkeit ihre anrührende Optik. Wenn sie sich hin und wieder in der Widerborstigkeit der Grashalme verschätzen, landen mit einem optischen „Fluff!“ lautlos auf ihren Hintern.

Meine Gössel sind bei aller Unschuld übrigens käuflich: Als Postkarte oder aber handgezeichnet auf echtem Büttenpapier im Format 30 x 40 cm.

Frühling im Februar

Das Klima schlug zu. Es wurde warm, richtig warm. Die Menschenmassen gerieten in Bewegung und sammelten sich zur Völkerwanderung.

Am nächsten Morgen wurden wir zu Kulturfolgern: Die Gänse futternd, ich zeichnend, beide suchend.

Für diese Zeichnung vom Februar 2021 verwendete ich erstmals einen japanischen Füllfederhalter mit einer „Fude Nib“, einer aufwärts gebogenen Zeichenfeder. Der wunderbar nasse Strich dieses Federtyps überzeugte auf Anhieb.

„Frühling im Februar“ – 2021 am Dutzendteich in Nürnberg
Aquarell / Tusche

Aquarellkarton, 300 g/m2
38 x 28 cm