Reisegefährten

Lass uns doch die Artischocken
leise in den Kochtopf locken
.

Nein, einen Kochtopf hat diese Artischocke nie gesehen. Wir „fanden“ sie auf einem Feld bei Roscoff und eine gute Woche lang begleitete sie uns auf unserer Fahrt durch die Bretagne.
Mehrfach gab ich in dieser Zeit den Hamlet und befragte die Artischocke: „Skizzieren oder nicht skizzieren, das ist hier die Frage!“ Aber eigentlich war es keine Frage.

Der botanische Name der Artischocke „cynara cardunculus“ verweist auf die Nymphe Cynara. Als diese sich dem Göttervater Zeus widersetzte, verwandelte er sie erbost in eine stachelige Distel.

Ungestüm

Reisetagebücher – die Bretagne weigerte sich lange und hartnäckig Platz zu nehmen. Die Zeichnungen waren zu wenig wüst, die Realität zu ungestüm.

Hier half es nur, Gleiches mit Gleichem zu vergelten: Den Stift beiseite zu lassen und zunächst die nassen Farben im Wind mit Verve aufs Papier zu klatschen. Nimm dies!
Aber so konturlos sollte mir die Landschaft nicht davonkommen – die Zeichnerin in mir forderte ein paar schnelle Tintenstriche …

Die Skizze der Heidelandschaft am Cap Sizun war die erste einer Reihe von Skizzen, in denen ich mit dem Farbauftrag begann und mit der Zeichnung endete. Eine Reise lang konnte ich nicht genug davon bekommen. Manchmal muss man eine Welle einfach reiten.