Von Sardinen schwärmen

Manchmal ist es besser, sein Essen erst zu verspeisen und dann die verbleibenden Reste zu zeichnen. Dies gilt vor allem dann, wenn große, runde Augen im Spiel sind, wie bei dieser gegrillten Sardine.

Lag es am Hunger oder daran, dass Fische keine Lobby haben? Jedenfalls betrachtete ich die Sardine zum Zeitpunkt der Mahlzeit nicht als Persönlichkeit. Diese erhielt sie erst während des Skizzierens.

Kennen Sie die Bücher von Lars, dem kleinen Eisbären? Alle Tiere in diesen Büchern können sprechen, nur nicht die Fische. Sie sind Futter, keine Freunde.

Reisegefährten

Lass uns doch die Artischocken
leise in den Kochtopf locken
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Nein, einen Kochtopf hat diese Artischocke nie gesehen. Wir „fanden“ sie auf einem Feld bei Roscoff und eine gute Woche lang begleitete sie uns auf unserer Fahrt durch die Bretagne.
Mehrfach gab ich in dieser Zeit den Hamlet und befragte die Artischocke: „Skizzieren oder nicht skizzieren, das ist hier die Frage!“ Aber eigentlich war es keine Frage.

Der botanische Name der Artischocke „cynara cardunculus“ verweist auf die Nymphe Cynara. Diese gab dem Göttervater Zeus einen Korb, woraufhin er sie erbost in eine stachelige Distel verwandelte.

Tapir in Trance

Tapire sind wahre Genussferkel. Will man sie in ein ernsthaftes Dilemma stürzen, braucht man Tapire nur vor die Wahl zu stellen, gestreichelt oder gefüttert zu werden. Oft gewinnt das Streicheln: Schon nach wenigen Strichen legen sie sich hin und fallen förmlich in Trance.

„Genussferkel“ trifft es übrigens nicht ganz, da Tapire nicht zur Gattung der Schweine gehören. Weil man dies jedoch früher annahm, standen sie zumindest in islamisch geprägten Gegenden nicht auf dem Speiseplan. Schwein gehabt!

Das Beitragsbild zeigt den Prachtbuben Poroto im Tiergarten Nürnberg. Auch dessen 200 Kilo sanken widerstandslos zu Boden.